Actualité du 04.07.2016

Montag, den 4. Juli 2016

 FRAGE AN DEN GEMEINDERAT

Fribourg-Freiburg: Bezirkshauptort, Agglomerationszentrum, Kantonshauptstadt und zweisprachige Bildungsstadt an der westschweizerischen Sprachgrenze!

bernhard-altermatt

 von Bernhard Altermatt

Vor einigen Tagen ist die traditionelle Stadt-Broschüre in die Briefkästen verteilt worden, die den Bürgern und Einwohnern die Institutionen, die Politik, die Geschichte und das Vereinsleben der Kantonshauptstadt vorstellt. In dieser Broschüre wünscht unser Stadtammann allen Lesern ein herzliches Willkommen – und zwar in zwei Sprachen, was an dieser Stelle mit Lob und Dank hervorgehoben sei. Genau so wünscht man sich eine moderne und offene Kommunikation, die der sprachenpolitischen und der amtssprachlichen Realität Freiburgs entspricht.

Darauf stützt sich meine Frage zur grafischen Aufmachung und sprachlichen Gestaltung der Broschüre: Kann sich der Gemeinderat vorstellen, dass die besagte mehrjährige Informations-Broschüre in Zukunft mit dem Titel „Fribourg-Freiburg“ versehen wird und dass auch im Inhalt den beiden heimischen Sprachen dasselbe oder ein ähnliches Gewicht beigemessen wird? Die Frage des ebenfalls auf der Titelseite prangenden einsprachigen Stadtlogos möchte ich nicht aufgreifen – im Vertrauen darauf, dass auch hier der neu konstituierte Gemeinderat rasch und unkompliziert einen neuen Anlauf zur gleichberechtigten Berücksichtigung der Zweisprachigkeit machen wird.

Bereits jetzt figurieren zahlreiche Informationen in beiden Sprachen in der Broschüre oder werden zumindest in der zweiten Sprache, d.h. auf Deutsch, zusammengefasst: Aktuell ist im Text die „Ville officielle“ partiell zweisprachig, die „Ville administrative“ dagegen nur sehr begrenzt; die „Ville festive“ ist teilweise zweisprachig, die „Ville sportive“ dagegen nur ‚monolingue‘, ebenso wie die „Ville historique“ (was angesichts unser geschichtlichen Erbes besonders interessant ist…); als „Ville universitaire“ ist Freiburg zweisprachig, ebenso als „Ville hospitalière“; aber bei den „adresses utiles“ findet sich wiederum alles nur auf Französisch.

Um die ‚utilité‘ dieser Broschüre für die Bürger, Einwohner, Aufenthalter und Besucher zu stärken – und das ist ja der Hauptzweck der Publikation – empfiehlt sich eine Verbesserung der Zweisprachigkeit. Eine solche Verbesserung hat insbesondere auch eine sprachenpolitische Signalwirkung, die für den Status und die Wahrnehmung Freiburgs als Bezirkshauptort, als Agglomerationszentrum, als Kantonshauptstadt und als Schweizer Bildungsstadt an der Sprachgrenze wünschbar ist.

Insbesondere kann die Titelseite ohne Zusatzkosten zweisprachig gestaltet werden (indem auf die Gleichberechtigung der beiden Sprachen im Schriftbild geachtet wird). Und auch das Inhaltsverzeichnis kann ohne Zusatzkosten zweisprachig gestaltet werden, damit dem Leser signalisiert wird, dass wir hier einen positiven und proaktiven Umgang mit der Zweisprachigkeit pflegen.

Falls sich der Gemeinderat diese bessere Berücksichtigung unseres ‚bilinguisme‘ in der besagten Informationsbroschüre vorstellen kann: Mit welchem Vorgehen gedenkt er dies zu gewährleisten?